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Keine Wiederaufnahme des Kaprun-Strafverfahrens

 

Die Gletscherbahnkatastrophe von Kaprun aus dem November 2000 wird in Österreich strafrechtlich nicht neu aufgerollt. Ein Antrag auf Wiederaufnahme des Strafverfahrens werde auf Empfehlung des Justizministeriums in Wien nicht gestellt, bestätigte die Oberstaatsanwaltschaft Linz am 07.11.2007. Damit sei der strafrechtliche Aspekt der Katastrophe endgültig abgeschlossen. Die Frage der Entschädigung von rund 300 Angehörigen könnte bis Mitte Dezember 2007 geregelt werden.

Hintergrund

Bei dem verheerenden Feuer in der Standseilbahn waren am 11.11.2000 in einem Tunnel insgesamt 155 Passagiere (darunter 37 Deutsche) getötet worden. In zwei Strafprozessen in den Jahren 2004 und 2005 wurden jedoch alle 16 österreichischen Angeklagten freigesprochen. Zuletzt hatte die deutsche Staatsanwaltschaft in Heilbronn ein Untersuchungsverfahren gegen den Heizlüfter-Hersteller Fakir eingestellt. Die österreichische Justiz hatte die Ansicht vertreten, dass ein Fakir-Heizlüfter, den österreichische Techniker gegen die Empfehlung des Herstellers in den Führerstand eingebaut hatten, defekt gewesen sei. Die deutschen Behörden konnten jedoch keinen Fehler an dem Gerät finden.

Kein neues Strafverfahren trotz neuer Gesichtspunkte

Berichten zufolge hatte die Salzburger Anklagebehörde geprüft, ob neue Beweise vorliegen, die «in der Zusammenschau mit anderen Beweisen eine andere Beurteilung der Schuldfrage» zuließen. Nach Presseangaben wurden zumindest in einigen Punkten rechtliche Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme gefunden. Dennoch habe man sich entschlossen, kein neues Strafverfahren zu eröffnen. Der Wiener Opfer-Anwalt Johannes Stieldorf, der bei der Brandkatastrophe einen Sohn verlor, sagte gegenüber der Presse, ihm sei «von vornherein klar» gewesen, dass die Österreichische Justiz eine Wiederaufnahme des Strafverfahrens ablehnen würde.

Angehörige kämpfen um Entschädigung und Schmerzensgeld

Die Angehörigen der 155 Toten und zwölf Überlebenden haben bisher vergeblich versucht, Entschädigungen oder Schmerzensgeld zu erhalten. Ein von der Regierung in Wien geleiteter Vermittlungsausschuss schlug den Anwälten der Kläger am 06.11.2007 die Zahlung von insgesamt 13,4 Millionen Euro vor. Sie müssen jetzt bis Mitte Dezember zustimmen oder ihre Privatklagen fortführen.

Quelle: Verlag C.H. Beck oHG 2007

 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
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