Suche
     
 
Drucken |  Empfehlen  |  Favoriten
   
 
 
 
 
 
 

 
zur Übersicht

Vier Kraftwerkangestellte freigesprochen

 

 

Urteil im Walliser Wysswasser-Prozess


Der Betriebsleiter, der Zentralenchef und zwei Angestellte der Gommer Kraftwerke AG haben bei einer Kraftwerkspülung im Juli 2003, bei der zwei Menschen ums Leben kamen, nicht fahrlässig gehandelt. Das Bezirksgericht Goms in Brig sprach die vier Angeklagten vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. Sie erhalten zulasten des Staates eine Parteienentschädigung, der Fiskus trägt auch die Verfahrenskosten. Der Unfall ereignete sich am 31. Juli 2003. Eine niederländische Familie hatte sich am Bachbett des Wysswassers bei Fieschertal aufgehalten, als im Kraftwerk die Spülung eines Entsanders eingeleitet wurde. Die Flutwelle überraschte die vier Personen. Während sich der Vater und ein Mädchen retten konnten, wurden die Frau und der Stiefsohn mitgerissen und ertranken.

<a href="http://adfarm1.adition.com:80/click*lid=23708121030/clickurl=" target="_blank"><img src="http://imagesrv.adition.com/banners/699/44526/altbanner.gif" width="300" height="250" border="0" alt=""></a>

Das Bezirksgericht hat die Sorgfaltspflicht der Kraftwerkbetreiber offenbar im Sinne der Verteidigung gewichtet. Diese machte geltend, dass sich die Kader und die Angestellten des Kraftwerks bei der fatalen Spülung lückenlos an die Weisungen des Betriebs und auch an die Richtlinien des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen gehalten hätten. Das Urteil verneint damit eine weitergehende Sorgfaltspflicht der Kraftwerkbetreiber und betont die Eigenverantwortung der Familie. Diese hatte die Warntafeln mit ihren viersprachigen Hinweisen auf die drohende Gefahr wohl gesehen, aber nicht beachtet. Ob der Staatsanwalt das Verfahren an das Kantonsgericht weiterzieht, will er erst nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung entscheiden.

In den letzten Jahren haben die Kraftwerkgesellschaften ihre Anstrengungen für eine bessere Sicherung von heiklen Gewässerabschnitten intensiviert. So sind Kraftwerkbetreiber dazu übergegangen, während der Sommersaison Wasserwärter einzusetzen, die entlang besonders riskanter Flussstrecken vor den extremen Wasserschwankungen warnen. Auf einzelnen Abschnitten wird zudem die Einrichtung von akustischen oder optischen Warnanlagen geprüft. Allerdings kommen derartige Alarmanlagen nicht allein aus Kostengründen wohl nur in Einzelfällen in Frage; sie stossen oft auch bei den Anwohnern der Wasserläufe auf wenig Gegenliebe.

 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
HandelSchweiz veröffentlicht Artikel zum Produktesicherheitsgesetz
3. Auflage des Kommentars zum Produktehaftpflichtgesetz (PrHG)
Veröffentlichung zum Thema Warn- und Sicherheitshinweise
Zwei Vorträge zum Thema Produktesicherheit
Vereinigtes Königreich – Allergie auslösende Haarfarbe ist nicht fehlerhaft